Über mich
Über mich
Als Teenager hat mich bereits die Frage interessiert, in welchem Verhältnis unser Bewusstsein mit unserer Wahrnehmung steht: von uns selbst und unserer Umwelt. Meditation und Achtsamkeit haben mich daher früh fasziniert und die Erfahrung einer täglichen Meditationspraxis hat nachdrücklich einen tiefgreifenden Eindruck auf mich gemacht. Das praktische Interesse, was damals spielerisch mit Freunden begann, habe ich dann später als Erwachsener zunehmend durch das Selbststudium (vor allem buddhistischer Lehren) und zuletzt durch die Ausbildung zum MBSR-Lehrer verfeinert.
Wie viele Menschen habe auch ich die Erfahrung von Depression, Ohnmacht und Angststörungen gemacht. Im Zuge der Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen hat die meditative Praxis mich maßgeblich dabei unterstützt ein gesundes, stabiles und selbstbestimmtes Leben zu gestalten.
Ich habe mich bewusst für MBSR entschieden, weil das Programm säkular und gut wissenschaftlich erforscht ist. Daher scheint es mir besonders geeignet, um Menschen Meditation als Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung und als Beitrag zur mentalen Gesundheit näher zu bringen - ohne Eso-Talk und mystische Begrifflichkeit. Wer sich mit spiritueller Semantik wohlfühlt, wird woanders fündig. Das ist letztlich eine Formfrage und darf als solche im Rahmen von Individualität variieren. Durch MBSR wird Meditation aber erstmals großflächig anschlussfähig an den wissenschaftlichen Materialismus des Westens und darf daher als Meilenstein gesehen werden.
Über Meditation
Meditation kann je nach Tradition und Technik zu unterschiedlichen Wirkungen führen. In jedem Fall gibt es viele hilfreiche und auch einige weniger hilfreiche Perspektiven auf Meditation. Eine weniger hilfreiche, aber weit verbreitete Sichtweise besagt z.B., es gehe in der Meditation darum, nichts zu denken. Das ist falsch. Unser Verstand ist ein überaus wertvolles Werkzeug und zur Lösung von Problemen unersetzbar - ganz absehen von seiner großen Bedeutung für die Kunst und Kultur unserer Spezies. Meditation will uns befreien und die Zügel für unser Leben so weit es geht bewusst in unsere Hände legen. Dazu brauchen wir unseren Verstand - manchmal. Die Erfahrung dagegen, dass der Verstand und die Gedanken still werden, ist lediglich ein Nebeneffekt einer fruchtbaren Meditationspraxis und kein Selbstzweck - so beeindruckend diese Erfahrung auch sein mag. Und auch bei der Frage bestimmter Meditationstechniken geht es nie darum, nichts zu denken, sondern (im Fall der Achtsamkeit) eine Haltung der wertfreien Beobachtung einzunehmen: Eine Haltung in der wir uns nicht mit einzelnen Objekten der Wahrnehmung identifizieren (z.B. Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken). Durch diese De-Identifikation entsteht ein Freiraum, indem wir aus reaktionären Mustern heraustreten und bewusst handlungsfähig werden können. Ob dabei Gedanken aktiv vorkommen oder nicht ist dabei allenfalls zweitrangig.
Eine hilfreichere Perspektive auf Meditation wäre demnach zu sagen, es geht dabei darum, in jedem Moment bewusst entscheiden zu können, wo wir mit unserer Wahrnehmung und Energie gerade sein wollen - und warum. Achtsamkeit (im Englischen, mindfulness) meint im Kern genau das: Wahrzunehmen wo die eigene Aufmerksamkeit oder unser mind gerade ist. Und dann dafür Verantwortung zu übernehmen, wohlwollend und freundlich mit sich selbst.
Eine zweite hilfreiche Perspektive auf Meditation ist zu sagen: Durch Meditation werden wir grundsätzlich feinfühliger. Wir bekommen mehr mit. Wir lernen langsam unseren Körper mehr zu spüren und unsere Gefühle deutlicher zu fühlen. Und wir lernen unsere Gedanken zunehmend selbstreflexiv zu beobachten. Das kann mitunter ein intensiver und fordernder Prozess sein. In jeden Fall bedeutet es aber auch, dass wir fähiger werden, tatsächlich Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Und zwar in dem Maße, in dem wir eben mehr mitbekommen, was in uns passiert - bzw. wer wir eigentlich sind. Es ist in gewissem Sinne das Drama unserer Zeit, dass unsere gesellschaftlichen Institutionen uns diese Fähigkeit, eine gesunde Verbindung mit uns selbst zu kultivieren, nicht vermittelt. Meditation ist in dieser Sichtweise ein Weg diese Qualität in das eigene Leben zu integrieren.
Gewaltfreie Kommunikation
Neben der Ausbildung zum MBSR-Lehrer habe ich ein Jahrestraining in Gewaltfreier Kommunikation absolviert. Die GfK lehrt zunächst vor allem in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen zu kommen, um dann, auf dieser Basis, Selbstverantwortung übernehmen zu können und Handlungsfähigkeit zu kultivieren.
MBSR lehrt eine wertfreie Haltung von Moment zu Moment, wodurch reaktive Verhaltensmuster erkannt und abgelegt werden können. In ihrer Pädagogik sind beide Ansätze - MBSR und GfK - überaus wertvoll. Beide helfen die Verbindung zum eigenen Selbst so zu gestalten, dass persönliche Überforderungen überwunden und eine Haltung bewusster Selbstbestimmung praktiziert werden kann.